Wie wird eine Verpackung hergestellt? (3)

An dieser Stelle muss bei unserer Fertigung nach Kundenwunsch („Customized Packaging“) über das richtige Druckverfahren nachgedacht werden.
Verpackungsdruck-BB
Zur Wahl stehen bei einer Wellpappeverpackung üblicherweise Flexodruck oder Offsetdruck. Da Flexodruckformen (sog. Klischees) recht kostspielig sind, sollte die Menge Ihrer Verpackung wenigsten 5.000 Stück sein. Soll ein zweifarbiger Flexodruck in der Größe einer A4-Seite gemacht werden, können die Klischeekosten ganz schnell 500 Euro ausmachen. Das sind fixe Kosten, die bei jeder Produktionsmenge gleich bleiben. Werden 1.000 Verpackungen gefertigt, ist allein der Anteil der Klischeekosten 0,50 Euro pro Stück, bei einer Menge von 5.000 Verpackungen nur noch 0,10 Euro pro Stück. Flexodruck kommt nicht in Frage für Fotos (gerasterte Abbildungen), sondern eher für Text und Strichabbildungen (z.B. für Logos). Wird inline gedruckt, also Drucken und Stanzen in einem Arbeitsgang, stehen meist nicht mehr als zwei Druckfarben zur Verfügung. Falls mehr Farben druckbar sind, passen diese nicht so scharf aufeinander wie beim Offsetdruck. Man geht von einer Passerdifferenz von ± 0,5 mm aus. Aus diesem Grund kommt Flexodruck meist auf einfachen Versandverpackungen oder Lagerverpackungen zum Einsatz.

Da die die Verpackung in diesem Beispiel auch als Verkaufsverpackung dienen soll, greifen wir auf den hochwertigeren Offsetdruck zurück.
Die Druckformkosten (hier sind es Druckplatten) sind vergleichsweise niedrig, die Druckqualität ist hinsichtlich Passergenauigkeit und Rasterfeinheit für Abbildungen sehr gut geeignet. Es gibt zwar – mit vielen Einschränkungen – den Wellpappe-Direktdruck im Offsetdruckverfahren. Gebräuchlicher ist der indirekte Weg: Zuerst wird eine Kartondecke bedruckt und lackiert. Diese wird anschließend auf offene Welle kaschiert. Erst dadurch entsteht die eigentliche Wellpappe.

Warum Lack? Lack gibt der Verpackung ein edles und hochwertiges Aussehen. Darum spricht man auch von einer Veredelung.
Der tiefere Grund für die Lackierung ist aber der Schutz, den sie bietet. Die Verpackung wird nach dem Druck durch die verschiedensten Maschinen transportiert: Kaschiermaschine, Stanzmaschine, Klebemaschine usw. Dabei kann das Druckbild abgescheuert werden, und Transportbänder können „Schleifspuren“ hinterlassen. Dies alles wird durch die Lackierung vermieden.
Sollte Ihnen die übliche Glanzlackierung nicht gefallen, so können Sie in Ihrer Anfrage auch Mattlackierung oder nur eine leicht Scheuerschutzlackierung angeben.


Im letzten Teil – 4 – geht es um die Druckfarben und die Druckfreigabe …

Siehe auch: Druckverfahren

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